Sauna – so schwitzt man sich gesund

Gerade im Winter zieht es die Menschen in die kleinen "Schwitzstuben".

Gerade im Winter zieht es die Menschen in die kleinen „Schwitzstuben“.

Wenn draußen die Temperatur fallen, zieht es die Menschen ins Warme. Saunabäder haben jetzt wieder Hauptsaison. Regelmäßiges Saunieren ist gesund, keine Frage. Dennoch stellen sich einem rund ums Thema Sauna viele Fragen. Fitte Nordlichter hat die wichtigsten für Euch aufgelistet und beantwortet.
Was macht Saunieren so gesund?

Saunieren kann unser Immunsystem stärken und unser Herz-Kreislaufsystem trainieren, aber nur, wenn man richtig sauniert und vor allem regelmäßig. Ein Saunabesuch alle paar Wochen entspannt zwar auch die Muskulatur, regt temporär die Durchblutung an und wirkt entschlackend, bringt aber noch keinen maßgeblichen Effekt für das Immunsystem. Ein einzelner Besuch steigert durch die Kombination aus Wärme, Entspannung und Ruhe hauptsächlich das allgemeine Wohlbefinden. Wer sein Immunsystem stärken möchte, sollte daher wöchentlich die Sauna aufsuchen.

Was passiert denn nun aber beim Saunieren im Körper und wie stärken wir damit unser Immunsystem?

Wenn wir in der Sauna sitzen, wird uns zunächst warm. Zur Kühlung beginnt der Körper zu schwitzen, gleichzeitig weiten sich die Blutgefäße und der Herzschlag steigt. So kann das Blut schneller durch den ganzen Körper transportiert und eine möglichst gleichmäßige Temperatur von Kopf bis Fuß ermöglicht werden. Da das Blut durch die erweiterten Gefäße einfacher zirkulieren kann, steigt der Blutdruck, anders als beim Sport, aber nicht mit dem Herzschlag an. Dieser bleibt weitestgehend unverändert beziehungsweise kann sich bei Menschen mit erhöhtem Blutdruck sogar normalisieren.

Aufgrund der erweiterten Gefäße wird unser ganzer Körper nun besser durchblutet. Zusätzlich steigt die Körpertemperatur um 1 bis 2 Grad Celsius. Wir bekommen also eine Art künstliches Fieber. Diese Fieber hat zwei positive Effekte auf den Körper: Zum einen werden manche Bakterien und Krankheitserreger bereits durch die Hitze angegriffen, zum anderen können körpereigene Abwehrzellen bei erhöhter Temperatur besser arbeiten. Diese Kombination aus erhöhter Abwehraktivität und stärkerer Durchblutung sorgt für einen besseren Schutz vor Krankheiten und trainiert das Immunsystem. Besonders die Atemwege profitieren davon. Auch die Schleimhäute werden nun besser versorgt und erhöhen die Produktion schützender Sekrete. Gesteigert werden kann dieser Effekt durch den Besuch eines Dampfbades. Die Inhalation des Dampfes pflegt die Schleimhäute zusätzlich. Wer also zu Problemen mit Nasennebenhöhlen oder Bronchien neigt, sollte bevorzugt ein Dampfbad aufsuchen, wenn möglich sogar ein Soledampfbad. Das Salz der Sole verstärkt den positiven Effekt der Dampfinhalation. Außer Immunsystem und Atemwegen profitieren aber auch der restliche Teil des Körpers von der stärkeren Durchblutung und somit besseren Nährstoffversorgung. Die Wärme wirkt zudem entspannend auf die Muskulatur. Sie lockert sich und Verspannungen können gelöst werden.

Das starke Schwitzen in der Sauna hat außerdem eine entschlackende Wirkung auf den Körper, da Giftstoffe mit dem Schweiß aus dem Körper geschwämmt werden. Damit dieses Prinzip optimal funktionieren kann, darf aber kurz vor und während des Saunabesuchs nichts mehr getrunken werden. Die ausgeschwitzte Flüssigkeit muss nämlich aus den Zellen herauskommen, nur so werden auch die Giftstoffe ausgeschieden. Wenn wir Flüssigkeit zu uns nehmen, dauert es allerdings eine Weile, bis dass diese in die Zellen gelangt ist. Zunächst einmal befindet sie sich im Gewebe zwischen den Zellen. Trinkt man zwischen den Saunagängen, schwitzt man dann vorrangig das Wasser aus dem Gewebe und nicht das aus den Zellen aus. Die Giftstoffe würden also im Körper bleiben.

Wie sauniert man richtig?

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass es beim Saunieren kein richtig oder falsch gibt. Natürlich gibt es ein paar Muster und Regeln, nach denen man einen Saunabesuch optimaler Weise gestalten sollte, aber auch bei diesen handelt es sich nur um Empfehlungen. Letztlich gilt: Richtig ist, was einem gut tut. Das eigene Wohlbefinden steht also an oberster Stelle. So wird beispielsweise empfohlen, pro Saunagang 8 bis 12, maximal 15 Minuten in der Hitze zu bleiben und den Körper im Anschluss kalt abzuduschen. Wem es nun aber nach 6 Minuten saunieren schon zu heiß wird, der sollte auf seinen Körper hören und die Sauna verlassen, anstatt krampfhaft auf die Uhr zu sehen und wohlmöglich noch einen Kreislaufzusammenbruch zu erleiden. Ebenso verhält es sich mit der Eisdusche. Euch ist das viel zu kalt? Dann braust nur vorsichtig Füße und Arme ab.

Worauf Ihr aber unbedingt achten solltet ist, sofern der Platz es erlaubt, Euch während des Saunabadens hinzulegen, damit sich der gesamte Körper in einem Temperaturbereich befindet. Sitzen wir, ist der Kopf am weitesten oben und somit der größten Hitze ausgesetzt. Die Füße sind gut einen Meter unter dem Kopf und deutlich kühler. Es herrscht dann ein großer Temperaturunterschied. Um diesen zu vermeiden, liegt man optimaler Weise und setzt sich erst etwa zwei Minuten vor dem Verlassen der Sauna wieder hin, damit der Kreislauf beim Aufstehen nicht schlapp macht.

Soll man sich denn nun eiskalt abduschen?

Hier ist die Antwort ein klares: jein. Eine kalte Dusche nach dem Saunagang oder ein Sprung ist Tauchbecken sorgen dafür, dass sich die durch die Hitze geweiteten Gefäße schnell zusammenziehen. Das trainiert das Herz-Kreislaufsystem und regt die Durchblutung an. Für gesunde Menschen ist das kein Problem, für Personen mit Herz-Kreislaufbeschwerden wie Bluthochdruck kann der plötzliche Kälteschock schnell gefährlich werden. Das schlagartige Zusammenziehen der Gefäße bei extremer Kälte lässt den Blutdruck steigen. Betroffene sollten daher besser langsame Formen des Abkühlens wie eine temperaturverstellbare Dusche oder einen Kaltwasserschlauch wählen. Beim Duschen beginnt man mit einer lauwarmen bis leicht kühlen Temperatur und senkt diese dann langsam. Mit dem Schlauch spritzt man zunächst nur Beine und Arme ab und tastet sich dann je nach Belieben zur Körpermitte vor. Dabei beginnt man immer mit dem vom Herzen am weitesten entfernten Punkt: den Füßen und Beinen. Anschließend folgen die Arme, zuletzt der restliche Körper. Aber nicht nur für Herz-Kreislauf-Patienten ist die plötzliche Kälte einer Eisdusche gefährlich, auch für scheinbar gesunde Menschen kann es zu Problemen kommen: Mit den Jahren sammeln sich in unseren Arterien und Venen Ablagerungen durch Einflüsse wie Ernährung oder Zigarettenkonsum ab. Dies kann zu einer Arteriosklerose führen. Ziehen sich die Gefäße nun ruckartig zusammen, können sich derartige Ablagerungen lösen und Blutgefäße verstopfen. Dies kann im schlimmsten Fall zu Schlaganfällen und Infarkten führen. Besonders Ältere und ungeübte Saunabesucher sollten auf eine Eisdusche verzichten. Natürlich braucht Ihr jetzt keine Angst vor dem Sprung ist Tauchbecken zu haben: Der schnelle Wechsel zwischen heiß und kalt ist für das Herz-Kreislaufsystem gesunder Menschen schließlich immer noch ein gutes Training. Es braucht sich aber auch keiner schämen, wenn er es lieber etwas sanfter angehen lässt. Denn wie immer beim Saunieren gilt auch hier: Richtig ist, was sich gut anfühlt. Egal welche Form der Abkühlung man wählt, eines ist bei allen gleich: Niemals direkt nach dem Saunagang ins kalte Wasser, sondern immer erst ein paar Minuten an die frische Luft gehen. Während des Saunierens haben sich die Blutgefäße der Atemwege geweitet, sodass der Körper direkt nach dem Saunabad am besten Sauerstoff aufnehmen kann.

Was kommt nach dem Abkühlen?

Nach der kalten Dusche trocknet man den gesamten Körper ab und wickelt sich in ein Handtuch, einen Bademantel oder eine Decke. Dabei solltet Ihr so viel freilassen, dass die übrige Hitze entweichen kann und Ihr nicht schwitzt, aber auch nicht friert. Anschließend macht man idealer Weise ein warmes Fußbad. Die Füße werden dazu bis zum Knöchel in ein Gefäß mit etwa 40 Grad Celsius warmes Wasser gestellt. Das fördert den Temperaturausgleich des Körpers. Die durch die Kälte verengten Gefäße weiten sich wieder. Das Blut kann besser fließen und die Wärme leichter abgegeben werden. Insgesamt sollte man zwischen den einzelnen Saunagängen mindestens zehn Minuten pausieren. Man kann diese Zeit auch komplett für ein Fußbad nutzen und dann direkt den nächsten Saunagang machen oder sich noch eine Weile hinlegen und ausruhen.

Warum muss ich mich immer abduschen und abtrocknen?

Vor dem ersten Saunagang ist es wichtig, den Körper gründlich mit Seife zu waschen. Das dient zum einen der Hygiene, zum anderen wird aber auch die natürliche Fettschicht der Haut entfernt, die das Schwitzen verzögern würde. Nach dem Saunieren duscht man sich dann aber nur noch mit klarem Wasser ab: bloß keine Seifen oder Shampoos mehr verwenden, da die Haut jetzt besonders empfindlich ist und auf diese gereizt reagieren könnte. Durch die Wärme und Feuchtigkeit beim Saunieren öffnen sich die Poren der Haut. Zusätzlich quellen die obersten Hornschuppen auf; sie lassen sich leicht mit Wasser abspülen. Dieser Effekt lässt die Haut nach einem Saunabesuch so weich und rein erscheinen.

Nach jedem Duschen trocknet man sich gründlich ab. Die Sauna sollte trocken betreten werden, da sonst zunächst das Duschwasser auf der Haut verdampft und der Effekt des Schwitzens erst später einsetzt.

Auch wenn man sich nach dem Saunagang in einem Tauchbecken oder Pool abkühlen möchte, muss man trotzdem erst den Schweiß unter der Dusche abwaschen. Dies hat hygienische Gründe. Niemand möchte schließlich im Schweiß anderen schwimmen.

Damit man während der Ruhephase nicht friert, trocknet man sich nach dem Duschen ab. Vor dem nächsten Saunagang braucht Ihr dann nicht erneut duschen, sondern könnt gleich zum Schwitzen gehen.

Warum die Ruhephasen?

In den Pausen zwischen zwei Saunagängen kann der Kreislauf wieder runterfahren und der Körper abkühlen. Auch wenn sich ein Saunagang angenehm anfühlt und uns gut tut, ist er für den Körper vor allem erst einmal eine Belastung. Deshalb ist es wichtig, ihm zwischen zwei dieser „Belastungen“ einen kurzen Moment der Ruhe zu gönnen. Beim Sport macht Ihr ja schließlich auch Pausen. Die Ruhephasen beim Saunieren sollten etwa so lang sein wie der vorausgegangene Saunagang und man sollte sich währenddessen am besten hinsetzten oder hinlegen. Ein Fußbad kann zusätzlich bei der Wärmeregulation des Körpers helfen. Wer nicht gern liegt, kann auch langsam ein paar Schritte auf- und abgehen. Sport oder Gymnastik ist hingegen zwischen den Saunagängen tabu.

Wie sieht es mit Essen und Trinken aus?

Generell sollte man vor dem Saunabesuch reichlich trinken, aber nicht kurz vorm Betreten der Sauna eine ganze Flasche Wasser auf einmal wegkippen. Der Körper braucht Zeit, um getrunkene Flüssigkeit zu verarbeiten. Trinken wir in kurzer Zeit eine große Menge, wird das meiste davon einfach wieder ausgeschieden. Deshalb besser über den ganzen Tag verteilt ausreichend trinken. Wer in der Sauna entschlacken möchte, sollte darauf achten, dass er zuletzt maximal eine halbe Stunde vor dem Saunabesuch Flüssigkeit zu sich nimmt und zwischen den Saunagängen nichts mehr trinkt, sondern erst wieder nach dem letzten Saunagang. Wer nicht allzu viel Wert auf den Entschlackungseffekt legt, kann auch gern zwischen den einzelnen Saunagängen die verlorene Flüssigkeit wieder auf füllen, aber bitte nicht mit Alkohol oder Kaffee. Ebenso verzichtet Ihr besser auf stark zuckerhaltige Getränke wie Säfte oder Softdrinks und greift stattdessen lieber zu Wasser oder Saftschorlen. Während des Saunabesuchs darf auch gern gegessen werden. Damit einem nichts schwer im Magen liegt aber nur leuchtverdauliche Speisen wie Salate, Obst oder Joghurt wählen und eine Ruhepause nach dem Essen einhalten. Man sollte sich auch vor dem Saunabesuch kein üppiges Mahl genehmigen, da der Körper ansonsten zu sehr mit der Verdauung beschäftigt. Wer dagegen mit leerem Magen sauniert, riskiert schnell einen Kreislaufkollaps.

Viele Saunen haben Bistros, in denen sie kleine Snacks verkaufen oder den Verzehr mitgebrachter Speisen erlauben. Gegessen werden darf aber nie in der Sauna oder dem Nassbereich, da Krümel und andere Reste sonst überall verteilt würden.

Wie beende ich meinen Saunabesuch?

Nach dem letzten Saunagang duscht Ihr gründlich mit klarem Wasser und trocknet Euch ab. Anschließend wird noch eine letze Ruhephase von mindestens zehn Minuten eingelegt. Der Körper kann so runterkommen und abkühlen. Erst nach der Ruhephase begebt Ihr Euch in die Umkleide. Zieht man sich zu schnell wieder an, staut sich die Hitze im Körper und man schwitzt weiter. Gerade bei den kalten Temperaturen im Winter fängt man sich so leichter eine Erkältung ein. Dann ist auch viel trinken angesagt, bevorzugt Wasser und Saftschorlen. Die ausgeschwitzte Flüssigkeit muss schließlich ersetzt werden. Wer zwischendurch nicht getrunken hat, sollte in kleinen Portionen 1,5 Liter zu sich nehmen.

Ablaufempfehlung eines Saunatages:
  1. Vor dem Saunabesuch reichlich trinken. Wer in der Sauna entschlacken möchte, trinkt zuletzt maximal eine halbe Stunde vor dem ersten Saunagang etwas.
  2. Nackt ausziehen.
  3. Den ganzen Körper gründlich mit Seife waschen.
  4. Gut abtrocknen.
  5. Wenn möglich, ein warmes Fußbad nehmen.
  6. Erster Saunagang in einem Saunarium oder Dampfbad. Wer regelmäßig sauniert, kann auch direkt eine Finnische Sauna wählen.
  7. Kurz an der frischen Luft abkühlen und tief durchatmen.
  8. Kalt abduschen.
  9. Gründlich abtrocknen.
  10. Ruhepause von mindestens zehn Minuten einlegen und gegebenenfalls ein erneutes Fußbad nehmen. Zwischen den Saunagängen kann man sich auch gut eine Anwendung wie beispielsweise eine Massage genehmigen, ein Nickerchen machen oder ein wenig im Pool schwimmen.
  11. Zweiter Saunagang.
  12. Schritt 7 bis 11 wiederholen sich nun beliebig oft. Ideal sind drei Saunagänge. Wer längere Pausen einlegt und zwischendurch trinkt, kann auch mehr machen.
  13. Nach dem letzten Saunagang gründlich ohne Seife duschen und abtrocknen. Danach unbedingt noch eine Ruhepause einlegen. Erst, wenn der Kreislauf sich wieder beruhigt hat und der Körper abgekühlt ist, anziehen.
  14. Viel trinken: Die ausgeschwitzte Flüssigkeit muss ersetzt werden.
Was benötige ich alles für einen Saunabesuch?

Für ein Saunabad bedarf es nicht viel. Da nackt sauniert wird, braucht man lediglich ein paar Flip-Flops oder Badelatschen sowie mindestens ein großes Handtuch zum Unterlegen. Zusätzlich empfiehlt sich ein weiteres Handtuch zum Abtrocknen. Was allerdings unverzichtbar ist, ist reichlich Zeit. Ein Saunabesuch sollte nie mit Druck und Stress verbunden sein. Wer sich entspannen will, braucht Ruhe. Diese bekommt man nicht, wenn man den Saunagang mal eben zwischen zwei Termine quetscht. Selbst wenn man nur einen Saunagang macht, dauert dieser samt duschen und anschließender Ruhephase schon mindestens eine halbe Stunde. Für einen Besuch mit drei Saunagängen müssen dann gut zwei Stunden eingeplant werden.

Wie sieht es mit der Hygiene aus?

Beim Saunieren ist die Rücksichtnahme auf andere das A und O, schließlich möchte niemand im Schweiß anderer sitzen. Aus diesem Grund muss sich jeder vorm Betreten der Sauna sowie nach jedem Saunagang abduschen, auch vor der Nutzung eines Tauchbeckens oder Pools. So soll verhindert werden, dass der Schweiß ins Wasser gelangt oder auf Sitzmöbeln und Liegen verteilt wird. Ebenso ist das Tragen von Badekleidung untersagt, da sich in dieser der Schweiß sammeln würde. Damit er in der Sauna nicht aufs Holz tropft, legt man ein großes Handtuch unter den ganzen Körper, auch unter die Füße. Wer die Liegen der Ruheräume nutzen möchte, sollte ebenfalls ein sauberes Handtuch oder eine Decke unter sich legen. Im gesamten Saunabereich trägt man übrigens Flip-Flops oder Badelatschen, nur vorm Betreten der Sauna werden diese ausgezogen, um keinen Dreck hereinzutragen und wohlmöglich auf den Holzbänken zu verteilen.

Nägelschneiden, Rasieren oder andere Arten der Körperpflege gehört nicht in eine Sauna, sondern ins heimische Badezimmer. Wer ansteckende Krankheiten wie Haut- und Nagelpilze oder offene Wunden hat, hat in der Sauna übrigens nichts zu suchen.

Ein paar wichtige Verhaltens- und Hygieneregeln für die Sauna:
  • Vorm Betreten des Saunabereichs und nach jedem Saunagang duschen
  • Flip-Flops oder Badelatschen tragen
  • In der Sauna sowie auf Liegen und Stühlen immer ein Handtuch unter den Körper legen
  • Rasieren, Nägelschneiden und Ähnliches sind verboten
  • Nicht mit ansteckenden Krankheiten oder offenen Wunden in die Sauna gehen
  • Essen im Saunabereich ist untersagt
  • Im Bistro und Barbereich immer ein Handtuch oder einen Bademantel tragen
  • Ruhezonen respektieren, leise verhalten und Rücksicht nehmen
Warum nackt saunieren?

An der Frage, ob besser nackt oder in Badekleidung sauniert werden sollte, scheiden sich die Geister: In den nord- und osteuropäischen Ländern ist es üblich, nackt zu schwitzen. In vielen anderen Ländern trägt man dagegen Badebekleidung oder ein Handtuch. Dies hat viel mit Kultur, Gewohnheit und Scham zu tun. Bei uns in Deutschland wird generell nackt sauniert. Zusätzlich finden sich in einigen Schwimmbädern sogenannte Textilsaunen. Dabei handelt es sich in der Regel um Dampfbäder, die an den normalen Schwimmbereich angeschlossen sind und deshalb mit Badekleidung betreten werden. Beim Saunabaden nackt zu sein hat aber vor allem auch hygienische Vorteile: In Badekleidung sammelt sich während des Saunagangs Schweiß. Beim anschließenden Abduschen wird dieser nicht vollständig ausgewaschen und landet so im Tauch- oder Schwimmbecken. Außerdem bleiben in den Stoffen Chlor- und Shampooreste vom Duschen und Schwimmen. Diese können dann leicht die durch das Saunieren empfindliche Haut reizen – oder giftige Stoffe an den Körper abgeben. Wer weiß schließlich schon wie Badehose und Bikini auf die extreme Wärme reagieren? Welche Chemikalien und Stoffe sich eventuell aus dem Gewebe lösen und direkt an unsere Haut gelangen? Zusätzlich können nasse Badekleidung oder dicke Handtuchwickel die Wärmeregulation des Körpers behindern und so den positiven Effekt des Saunierens schmälern. Ein krampfhaftes Einwickeln und Bedecken des Körpers trägt auch nicht zur Entspannung bei, sondern kann einen Saunagang schnell zu Stress ausarten lassen.

Wer nicht gern nackt vor andere Leuten ist, aber dennoch in die Sauna möchte, sollte am besten kleinere Saunaanlagen aufsuchen und Stoßzeiten wie Wochenenden vermeiden. Wochentags und gegen Abend ist es in den großer Thermen deutlich leerer und man hat eine Sauna auch gern einmal für sich allein. Viele Saunen bieten auch spezielle Damen- und Herrentage an. Wem das nicht reicht, der kann als Kompromiss auch ein kleines Handtuch mitnehmen und sich während des Saunabades über den Schoß legen. Das stört die Wärmeregulierung nicht so stark wie ein dicker Handtuchwickel.

Was für Saunaarten gibt es?

Die Namen der Saunen sind vielfältig. Dabei wird grob nur in drei Arten unterschieden: in die Finnische Sauna, in das Saunarium und in das Dampfbad.

Die klassische ist die Finnische Sauna mit einer Temperatur von 90 bis 110 Grad Celsius und einer relativ geringen Luftfeuchtigkeit. Ebenfalls Finnische Saunen sind auch die Trocken-, die Kelo-, die Aufguss- und die Erd-Sauna. In der Trocken-Sauna herrscht oftmals eine Temperatur von mehr als 100 Grad Celsius, gleichzeitig beträgt die Luftfeuchtigkeit aber nur etwa fünf Prozent, sodass die Hitze als nicht so drückend empfunden wird. Die Aufguss-Sauna ist das genaue Gegenteil der Trocken-Sauna. Die Temperatur liegt dort bei zirka 90 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit ist höher. Durch die regelmäßigen Aufgüsse wird letztere immer wieder erhöht und die Temperatur wird so als noch heißer empfunden. Aufgüsse finden eigentlich immer in einer Finnischen Sauna statt. Größere Saunabäder bieten deshalb oftmals eine Finnische Aufguss-Sauna und eine Finnische Trocken-Sauna an. Außer diesen Finnischen Saunen mit unterschiedlichen Klimas gibt es noch diverse Themen Saunen wie zum Beispiel die Kelo-Sauna, die Salzsauna oder die Erd-Sauna. Die Erd-Sauna ist eine der ältesten Formen der Finnischen Sauna. Dabei ist die Sauna eine kleine Blockhütte, die zum Großteil von Erde bedeckt ist und somit etwas unterirdisch liegt. Die kühle und feuchte Erde sorgt für ein besonders angenehmes Klima im Inneren der Sauna. Die Kelo- und die Salzsauna sind normale Finnische Saunen, bei denen sich der Name nach den verbauten Materialen richtet. Die Kelo-Sauna wird aus Kelo-Holz gebaut. Das ist die finnische Bezeichnung für Kiefernholz, das über Jahrhunderte im trockenkalten Polarklima getrocknet wurde. Durch diese natürliche und sehr langwierige Dehydrierung verzieht es sich nicht mehr witterungsbedingt und ist deshalb besonders gut für den Bau von Häusern und Hütten geeignet. Da diese Form der Trocknung hunderte von Jahre dauert, ist Kelo-Holz allerdings sehr selten und teuer. Von einer Salz-Sauna spricht man, wenn ein Teil der Wände mit Salzplatten ausgekleidet sind. Diese sehen nicht nur sehr hübsch aus, sondern geben auch feinste Salzkristalle an die Luft ab, die von den Besuchern eingeatmet werden und so einen positiven Effekt auf deren Atemwege haben.

Die im Vergleich zur Finnischen Sauna etwas mildere Variante ist das Saunarium, auch Bio-Sauna genannt. Dort herrscht eine vergleichsweise geringere Temperatur von zirka 60 Grad Celsius und eine höhere Luftfeuchtigkeit als in der Finnischen Sauna. In einem Saunarium finden in der Regel keine Aufgüsse statt. Durch die niedrigere Temperatur wird der Kreislauf nicht so stark belastet wie in einer Finnischen Sauna und man kann einen Saunagang auch leicht auf bis zu einer halben Stunde ausdehnen. Diese sanftere Form des Schwitzens ermöglicht auch Menschen, die keine extreme Hitze vertragen, einen Saunabesuch. Häufig sind Saunarien zusätzlich mit Farblicht ausgestattet. Jeder Farbton löst eine andere Emotion im Menschen aus. Der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Farben soll so zusätzlich entspannend und gleichzeitig anregend wirken.

Außer den verhältnismäßig trockenen Saunarien und Finnischen Saunen wird oftmals noch ein Dampfbad oder auch Caldarium angeboten. Diese sind nur etwa 40 bis 50 Grad Celsius warm und weisen dafür aber eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 100 Prozent auf. Dampfbäder sind besonders gut für die Atemwege und die Haut und werden deshalb oftmals noch in Kombination mit Sole oder ätherischen Ölen angeboten. Einfache Dampfbäder sind aus Kunststoff, hochwertigere mit Marmorplatten verkleidet. Das Caldarium ist Teil des Römischen Bades. Ein weiterer, immer noch häufig anzutreffender Teil ist das Tepidarium. In einem Tepidarium wird nicht die Luft, sondern es werden die Wände, der Boden und vor allem die Bänke beheizt. Die Temperatur liegt dort bei zirka 40 Grad Celsius, da in einem Tepidarium nicht geschwitzt, sondern sich nur aufgewärmt werden soll.

Zusätzlich zu diesen Formen der Saunabäder gibt es auch noch von Land zu Land unterschiedliche Arten wie den Hammam, die orientalische Form des Dampfbades, das besonders im arabischen und türkischen Raum zu finden ist, oder die Banja, eine russische Form der Sauna. Zu einem klassischen Banja-Besuch gehören Birken-Aufgüsse sowie das Abschlagen des Körpers mit frischen Birkenzweigen.

Welche Sauna sollte ich nun wählen?

Beim Saunieren sollte man sich besonders als ungeübter Saunagänger temperaturtechnisch langsam hocharbeiten. Das heißt, sofern vorhanden, setzt man sich zum Aufwärmen eine Weile ins Tepidarium oder nimmt ein warmes Fußbad. Dann beginnt man mit einer Bio-Sauna oder einem Dampfbad, je nachdem welches angeboten wird und einem mehr zusagt. Die Temperatur liegt bei beiden bei etwa 60 Grad Celsius; da die Luftfeuchtigkeit einer Bio-Sauna aber bei weitem nicht so hoch ist, wie die eines Dampfbades, wird sie in der Regel als weniger heiß empfunden. Nach einer Abkühlungs- und Ruhephase kann man eine Finnische Sauna aufsuchen, in diesen herrschen heiße Temperaturen um die 100 Grad Celsius. Pro Besuch werden von Experten etwa drei Saunagänge empfohlen.

Kann ich nach dem Sport in die Sauna?

Ein Saunagang lockert und entspannt die Muskeln. Nach einem leichten Ausdauer- oder Gymnastiktraining spricht nichts gegen einen kleinen Saunabesuch. Wer allerdings schon ein hartes Training absolviert hat, sollte seinem Körper nicht noch die Belastungen eines Saunabesuchs aussetzten. Durch das Training ist der Körper bereits erschöpft und kann durch die Hitze schnell überlastet und anfällig für Krankheiten werden. Ein hartes Training nach dem Saunieren hat denselben negativen Effekt. Besser ist es, am Ruhetag einen Saunabesuch einzuplanen. Die entspannende Wärme wirkt sich dann positiv auf die Durchblutung der Muskulatur aus und sorgt so für eine verbesserte Nährstoffaufnahme und Regeneration. Auch Muskelkater kann dadurch gelindert werden.

Welche Risiken gibt es beim Saunieren? Wer sollte lieber nicht in die Sauna gehen?

Wer es mit dem Saunieren übertreibt, kann leicht Kreislaufprobleme bekommen oder dehydrieren. Damit dies nicht passiert, ist es von großer Bedeutung, genau auf den eigenen Körper zu hören und bei Beschwerden die Sauna sofort zu verlassen. Außerdem sollte man nach Möglichkeit nicht allein saunieren, damit im Fall des Falles jemand eingreifen kann. Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislaufproblemen oder Asthma müssen besondere Vorsicht walten lassen und vor einem Besuch ihren Arzt konsultieren. Auch ältere Menschen und unerfahrene Saunabesucher sollten es lieber langsam angehen und ganz genau auf ihren Körper hören. Eine gute Variante ist, sich bei der Temperatur der gewählten Sauna von Mal zu Mal zu steigern und zunächst auf eine Eisdusche zu verzichten. Hilfreich ist es auch, sich auf eine der unteren Etagen zu legen. Da warme Luft nach oben steigt, ist es unten deutlich kühler. Sofern es sich um eine komplikationslose Schwangerschaft handelt, dürfen auch werdende Mütter problemlos eine Sauna besuchen. Wer sich unsicher ist, fragt dennoch lieber erst einmal bei seinem Arzt nach. Auch Kinder, sogar Säuglinge können theoretisch schon mit in die Sauna. Man muss sich allerdings bei seiner Sauna erkundigen, ob Kinder erwünscht sind. Nicht jede Sauna toleriert sie, viele bieten aber spezielle Kindertage an. Beachten müsst Ihr dabei jedoch, dass zu jedem Kind ein betreuender Erwachsener gehört. Dieser muss genau auf das Verhalten des Kindes achten und die Sauna mit ihm verlassen, sobald es Unwohlsein zeigt oder weint. Die Kinder sollten während des Saunagangs nicht umhertoben, sondern sich ruhig verhalten. Die ersten Saunabesuche sollten nur ein paar Minuten dauern und nicht einen Saunagang überschreiten. Klappt es gut, kann die Dauer der Saunagänge ausgedehnt werden oder auch ein zweiter Saunagang erfolgen. Kinder dürfen zum Abkühlen nie unter eine Eisdusche gestellt, sondern nur mit 25 bis 30 Grad Celsius warmen Wasser abgerieben, vorsichtig abgespritzt oder gebadet werden. Genaue Informationen zu einem optimalen Saunabesuch mit Kind können Kinderärzte, fachkundige Saunabetreiber oder der Saunabund geben.

Wenn Ihr krank seid, gehört Ihr nicht in die Sauna. Zum einen könnt Ihr dort andere anstecken, egal ob mit einer Grippe oder einem Hautpilz, zum anderen kann das Saunieren mit einem Infekt den Krankheitsverlauf stark verschlechtern. Es ist nämlich ein Irrglaube, eine Erkältung ließe sich in der Sauna ausschwitzen. Präventiv kann der Saunabesuch das Erkältungsrisiko senken, ist man aber erst einmal erkrankt, ist das Gegenteil der Fall. So entspannend wir einen Saunabesuch auch empfinden, für unseren Körper ist er dennoch eine Belastung. Durch einen Infekt ist der Körper bereits geschwächt. Setzten wir ihn nun noch den Strapazen einer Sauna aus, wird er nur noch schlimmer.

Wohin in die Sauna?
Es gibt natürlich die großen Saunalandschaften der Thermen und Freizeitbäder. Wem diese aber zu voll oder zu weit weg sind, der sollte sich einmal in seiner Umgebung umsehen. Viele Fitnessstudios oder Hotels verfügen auch über sehr schöne und nicht so überlaufene Saunaanlagen, die auch für Tagesgäste offenstehen. Fitte Nordlichter war für Euch wieder unterwegs und hat eine handvoll dieser kleineren Saunen getestet:

KIELS FITNESS in Kiel: Bei einem großer Saunabereich mit vier verschiedenen Saunen, umfangreichem Sportangebot und Kinderbetreuung ist für jeden etwas dabei.

Courtside in Kiel: Aufschlagen oder doch lieber entspannen? Beides ist auf der Tennis- und Saunaanlage mit mehreren Saunen, Tennisplätzen, Pool und Restaurant möglich.

Birke Spa in Kiel: Die Wellness-Oase des Hotels Birke bietet alles, was das Herz begehrt – mehrere Saunen, einen großen Pool, ein Bistro und Spa-Anwendungen.

Fit in Form in Lübeck: Bei mehreren separaten Damensaunen und einem großzügigen Kursusangebot kommen dort besonders Frauen auf ihre Kosten.

Fitnessstudio des VfL Pinneberg in Pinneberg: Kleiner, aber äußert gemütlicher Wellnessbereich  mit zwei Saunen, einer Wärmebank und familiärer Atmosphäre.

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