FLASHH: Boulderparadies in der Hansestadt

Im FLASHH geht es hoch hinaus.

Im FLASHH geht es hoch hinaus. | Foto: FLASHH

Insert-Volumina, Diamant und FLASHH Light sorgen für ein Klettererlebnis der besonderen Art in Hamburgs neusten Boulderhalle.

Im Juli dieses Jahres eröffneten Gerd Langhof und Bastian von Borstel mit dem FLASHH Norddeutschlands größte Boulderhalle. Auf einer gigantischen Wandfläche von 1350 Quadratmetern können dort nun zirka 200 Probleme gelöst werden. Gut ein halbes Jahr hatte der Umbau der Halle und das Schrauben der Boulder gedauert, bevor die Eröffnung gefeiert werden konnte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nach dem Motto „Innovation statt Imitation“ haben Gerd Langhof und Bastian von Borstel ihr FLASHH konstruiert. Es sollte eine besondere Halle werden. Ohne plumpe Versuche einer Felswandnachbildung oder wahllos an die Wand geschraubten Griffen. Besonders stolz sind die beiden Inhaber des FLASHH auf ihre einzigartigen Insert-Volumina und den großen Boulderdiamanten. Der Diamant ist ein geneigter Kletterfelsen, der sich um die eigene Achse dreht und so ganz neue Gefühlserlebnisse beim Klettern verursacht. Auch die Insert-Volumina stellen die Boulderer vor ungewohnte Hindernisse. Mit ihnen ist es erstmals möglich auch Vertiefungen in eine Wand zu schrauben und somit für noch mehr Abwechslung bei der Bouldergestaltung zu sorgen. Ein weiteres Highlight ist die 30 Meter lange Wettkampfwand in der großen Halle. An dieser sollen in Zukunft regelmäßig in- und externe Wettkämpfe und Meisterschaften, wie vor kurzem das Event „Boulder bei die Fische“, ausgetragen werden. Direkt gegenüber der Wettkampfwand errichteten die Planer des FLASHH auch gezielt für derartige Veranstaltungen eine Tribüne mit Platz für bis zu 150 Zuschauern.

Insert-Volumina verschiedenster Größen ermöglichen eine ganz neue Form der Wandgestaltung.

Insert-Volumina verschiedenster Größen ermöglichen eine ganz neue Form der Wandgestaltung. | Foto: FLASHH

An Kreativität mangelte es beim Bau des FLASHH nicht: Das moderne Konzept, mit dem Gerd Langhof und Bastian von Borstel das FLASHH von anderen Hallen absetzten wollten, zieht sich bis in jedes kleine Detail durch. So auch in dem Namen FLASHH – eine Kombination aus dem Boulderbegriff „Flashen“ (Man flasht einen Boulder, wenn man ihn beim ersten Versuch schafft.) und dem Doppel-H am Ende für die Hansestadt Hamburg. Zufall oder Absicht, das englische Verb „flash“ bedeutet im Deutschen soviel wie „aufblitzen“ oder „aufleuchten“,  und das tut das FLASHH auf jeden Fall. Mit seinem ausgefallenen Design sticht es klar aus den klassischen Boulderhallen hervor.

Das gesamte FLASHH ist sehr offen gehalten, die Wände mit poppigen Farbakzenten dekoriert. Die Boulder reichen meist nicht bis ganz zur Decke hinauf, sodass man an vielen Stellen über eine Wand hinaus beziehungsweise auf sie drauf klettern kann. Durch mehrere Treppen gelangen auch Zuschauer unkompliziert an die Spitzen der Boulderwände und können so die eifrigen Kletterer von oben aus anfeuern. Zusätzliche Boulderfläche bieten Wandkonstruktionen, die wie kleine Felsen mitten im Raum stehen.  Durch diese sehr offene und begehbare Bauweise der kompletten Boulderfläche bekommt der Besucher eher das Gefühl, in einer Art buntem Canyon zu stehen, als in einer großen Halle mitten in Hamburg.

Ganz besonders ausgefallen und bunt wird es, wenn das Licht ausgeht und die Griffe anfangen zu leuchten. Dieses besondere Klettererlebnis, das an eine Mischung aus Zauberwelt und Schwarzlichtdisco erinnert, ist bisher einzigartig im FLASHH. Für das sogennante FLASHH Light-Bouldern gibt es keine festen Zeiten. Kommt abends vorbei uns lasst Euch überraschen was passiert, wenn das Team das Licht ausknipst.

Licht aus, FLASHH Light an!

Licht aus, FLASHH Light an! | Foto: FLASHH

Hier ist für jeden etwas dabei:

Das FLASHH ist in drei miteinander verbundene Bereiche unterteilt: das Kinderland, das Blocland und die große Halle. So kann jeder Gast für seinen Anspruch das richtige Plätzchen finden und an diesem ungestört bouldern. Noch mehr Ruhe und eine entspannte Atmosphäre, auch an vollen Tagen, entsteht durch die verwinkelte Bauweise der Halle mit vielen kleinen Kletterbuchten- und -ecken.

Im Kinderland können sich die Kleinen spielerisch an das Bouldern herantasten.

Im Kinderland können sich die Kleinen spielerisch an das Bouldern herantasten. | Foto: FLASHH

Das Kinderland ist ein ganz spezieller Bereich für die kleinsten Boulderfreunde. Dort sammeln Mädchen und Jungen an liebevoll gestalteten Kletterflächen in Form von Piratenschiffen und Ritterburgen samt Hängebrücken erste Erfahrungen an der Wand. Am Wochenende wird zusätzlich von 10 bis 13 Uhr eine Kinderbetreuung angeboten, die im Eintrittspreis des Kindes und des Elternteils enthalten ist. So dürfen auch Mamas und Papas mal in aller Seelenruhe bouldern, während ihre Lütten sich unter Aufsicht austoben.

Highlight im Blocland: der Boulderdiamant.

Highlight im Blocland: der Boulderdiamant. | Foto: FLASHH

Im Blocland wurden viele einfache Routen für Boulderneulinge geschraubt. Das Herzstück des Bloclands ist der Boulderdiamant, um den sich alles dreht – oder besser: der sich um alles dreht. An dem Diamanten befinden sich mehrere Boulder, deren Schwierigkeitsgrad sich durch die konstante Drehbewegung erhöht. Auch routinierte Boulderer müssen sich daran erst einmal gewöhnen.

Für alle, die weiter hinaus wollen, gibt es die große Halle samt Wettkampfwand. An den Wänden und diversen Überhängen können dort Probleme verschiedenster Schwierigkeitsgrade gelöst werden. Durch die großzügige Fläche der Halle sind manche Boulder verhältnismäßig lang und können Kondition und Kraft der Sportler ganz schön fordern. Angeschlossen an die Boulderfläche stehen auch noch zwei kleine Trainingsbereiche mit TRX, Hanteln, Medizinbällen, Kettelballs, Moon-, Campus- und Fingerboard sowie Klimmzugstange zum Aufwärmen oder Auspowern bereit.

An TRX, Moonboard und Co. können Kraft und Technik trainiert werden.

An TRX, Moonboard und Co. können Kraft und Technik trainiert werden.

Ihr möchtet lieber erstmal unter Aufsicht eines Trainers bouldern oder Eure Technik verbessern? Kein Problem: Mehrmals wöchentlich bietet das FLASHH Schnupper- und Technikkurse an. Auch ein Personal-Training ist möglich.

Kindergeburtstage, Firmenevents, Schulklassen, Sportvereine und weitere Gruppen sind im  FLASHH willkommen und erhalten auf Anfrage Sonderkonditionen.

Wer Sport lieber mit Ruhe und Entspannung verbinden möchte, sollte einen der Yogakurse ausprobieren. Jeden Tag finden im FLASHH diverse Kurse mit Namen wie Power, Flow oder Relax statt. Die Teilnahme an den Yogakursen ist jederzeit und ohne Voranmeldung möglich. Die FLASHH-Tageskarte gilt allerdings nur fürs Bouldern oder fürs Yoga. Wer beide Angebote nutzen möchte, kauft eine vergünstigte Kombikarte.

Das solltet Ihr vor Eurem Besuch im FLASHH noch wissen – good to know:

– Zur Stärkung und Erfrischung verkauft das Bistro kalte und warme Getränke sowie kleine Snacks wie zum Beispiel Müsliriegel, Obst oder gefüllte Ciabatta-Brote.

– Kletterschuhe sind Pflicht, wer keine besitzt, kann am Tresen gegen eine Gebühr von drei Euro ein Paar ausleihen (Kinder dürfen auch in Turnschuhen klettern).

– Für die Nutzung der Spinde benötigt Ihr ein Vorhängeschloss. Am besten bringt Ihr Euch selbst eins mit oder leiht alternativ eins für einen Euro aus.

– Die Nutzung der Duschen ist kostenlos, ebenso wie die Nutzung der Parkplätze vor der Tür.

– Alle Boulder sind nummeriert und durch unterschiedliche Farben nach Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet. Das FLASHH verfügt über eine eigene Online-Boulderdatenbank, in der man sich kostenlos registrieren kann, um dann dort seine geschafften Boulder abzuspeichern.

Fitte Nordlichters Test:

Wer denkt, Boulderhallen sind alle gleich: graue Wände, ein paar bunte Griffe, eine dicke Matte auf dem Boden – der täuscht sich. Das FLASHH ist etwas ganz Neues und Besonderes, quasi eine eigene kleine Boulderwelt, wie es sie zuvor noch nicht gegeben hat.

Gestaltet wurde das FLASHH nach dem Motto „Innovation statt Imitation“. Für Gerd Langhof und Bastian von Borstel war klar: Hallenbouldern wird nie wie Outdoorbouldern an echten Felsen sein. Deshalb wollten sie gar nicht erst versuchen, Felswände nachzuahmen, sondern vielmehr das Indoorboudlern reformieren. So wurde aus einer Idee ein Konzept und dieses schließlich in die Tat umgesetzt – mit Erfolg. Knallige Farben und futuristische Formen machen dem Besucher von Anfang an klar, dass ihn im FLASHH eine komplett andere Art des Hallenboulderns erwartet. Besonders gut gelungen ist die räumliche Gestaltung der Boulderfläche mit den vielen begehbaren und bekletterbaren Elemente, den Buchten, Brücken sowie Blöcken und nicht zuletzt den unzähligen Wandschrägen und Insert-Volumina, die sich auf die ganzen Halle verteilen und die Gestaltung des FLASHH so einzigartig machen. Egal ob als Zuschauer oder Boulderer – überall geht es hoch und wieder runter. Das schafft ein sehr fließendes Raumgefühl und erweckt beim Gast den Eindruck, in einer Felsschlucht zu stehen.

Auch für den nötigen Anspruch ist gesorgt: Die zirka 200 Probleme in verschiedenen Schwierigkeitsstufen sind so großzügig auf die Fläche verteilt, dass ein Boulder auch recht lang sein kann oder besonders hoch hinaus geht. Da kann man schnell mal lange Arme bekommen. Wem das immer noch nicht genug Boulderinnovationen sind, der sollte sich mal an dem rotierenden Boulderdiamanten versuchen oder zum FLASHH Light-Bouldern vorbeischauen und im Dunkeln klettern. Mögen die Boulder am Diamanten zwar nicht die schwersten sein, so wird man sich doch wundern, was eine sich drehende Wand so alles bewirken kann.

Die Unterteilung der Halle in drei Bereiche erleichtert das ungestörte Miteinander von Anfängern, Profis und Kindern. Jeder kann in einer eigenen kleinen Ecke klettern, ohne dabei mit anderen zusammen zu stoßen oder sich gegenseitig zu behindern. Besonders lobenswert ist der separate Kinderbereich, der speziell auf die Bedürfnisse und körperliche Konstitution der Kleinen ausgerichtet ist und so gleichzeitig das Verletzungsrisikos minimiert. Das Kinderland ist optisch sehr ansprechend gestaltet und lädt die jüngsten Boulderanfänger dazu ein, den Sport spielerisch zu entdecken. Bei einer relativ niedrigen Boulderhöhe klettern die Kleinen an Seesternen und Muscheln, „entern“ ein Piratenschiff, nehmen eine Ritterburg ein oder balancieren über eine Hängebrücke. Die Kinder schulen dabei spielerisch Gleichgewichtssinn und Motorik und laufen währenddessen nicht Gefahr, von den Großen übersehen zu werden oder zu tief zu stürzen. Haben die Lütten im Kinderland genug Erfahrung gesammelt, dürfen sie auch mit Mama oder Papa im Blocland klettern. Eltern, die selbst gern bouldern, sollten am Wochenende vorbeizuschauen, wenn das Blocland eine kostenlose Kinderbetreuung anbietet.

Auch alle Wettkampfbegeisterten kommen im FLASHH auf ihre Kosten. Regelmäßig sollen an der  Wettkampfwand in der großen Halle Wettbewerbe mit reichlich Rahmenprogramm, wie im Oktober „Boulder bei die Fische“, stattfinden. An so einem Wettkampftag kann es auch in der großen Halle des FLASHH schnell mal eng werden, wenn unzählige Sportler und Zuschauer an der einzigartigen Atmosphäre und dem vielfältigen Angebot teilhaben wollen. So fanden im Rahmen des Events „Boulder bei die Fische“ Wettkämpfe in verschiedenen Altersklassen für Kinder und Erwachsene sowie gratis Yogakurse statt. Für die Verpflegung sorgte an diesem Tag unter anderem Vincent Vegan mit seinen Burgern und im Anschluss an das Finale gab es eine After Show Party mit Disko und DJ. Weitere derartige Events sollen folgen.

An der 30 Meter langen Wettkampfwand kann man sich mit anderen Boulderern messen.

An der 30 Meter langen Wettkampfwand kann man sich mit anderen Boulderern messen. | Foto: FLASHH

Unser Fazit:

Mit dem FLASHH haben Gerd Langhof und Bastian von Borstel weit mehr als nur eine Boulderhalle geschaffen. Mitten in Hamburg liegt nun ein Paradies für große und kleine Kletterfreunde. Viel Platz, abwechslungsreiche Boulder, Specials wie Boulderdiamant und FLASHH Light-Bouldern, Events, Yogakurse und nicht zu letzt ein großartiges Raumkonzept sprechen für sich und begeistern die Besucher. Doch Vorsicht: Nach einem Tag im FLASHH können einem andere Boulderhallen schnell wie kleine Besenkammern vorkommen.

Hier findet Ihr das FLASHH:

FLASHH

Gasstraße 18

22761 Hamburg

Nächste S-Bahn Haltestelle: Hamburg Bahrenfeld
Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag 9 bis 23 Uhr

Samstag, Sonntag und an Feiertagen 9 bis 22 Uhr

Preise:

Einzeltickets Bouldern oder Yoga: 5,50 Euro bis 11,50 Euro

Kombitickets ab 16 Euro

Leihschuhe:  3 Euro

Zusätzlich werden Zehner- und Monatskarten ebenso wie Jahresabos und -karten angeboten. Abonnenten erhalten außerdem vergünstigte Eintrittspreise im Salon du Bloc.

Weitere Infos sowie aktuelle  Öffnungszeiten und Preise:

http://www.flashh.de

https://www.facebook.com/flashhde

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1 Antwort

  1. 25. November 2014

    […] FLASHH in Hamburg: eine riesige Boulderfläche, ein drehender Boulderdiamant und eine Wettkampfwand mit Tribüne lassen dort Bouldererherzen höher schlagen. […]

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